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Das mobile Netz

Leider musste ich mit meiner letzten Mobiltelefonrechnung wieder einmal feststellen, dass ich doch abhängiger von diesem Teil bin, als ich dachte… rund 70 Euro sind kein Pappenstiel. Datenflat, Freiminuten, Frei-SMS, Festnetzflat am Wochenende… der Klassiker also. Seit gut drei Wochen nervt mich eine gewisse Telefonnummer, stämmig aus Köln. Letzten Montag zeigte ich Herz und ging ran. “Hallo, mein Name ist Bliblablubb von der Firma Wir-wollen-Dir-teure-Scheiße-verkaufen-und-wissen-dass-du-es-weißt-aber-nichts-daran-ändern-kannst. Es geht um Ihre Vertragsverlängerung.” Da sträuben sich bei mir ja prinzipiell schon mal sämtliche Nackenhaare. (Auch wenn ich keine hab, bin ja ein Mädchen. Mädchen haben keine Haare im Nacken.) Ich: “Gut, dass Sie dran sind. Ich wollte sowieso einmal nachfragen, weshalb ich jeden Monat 10 Euro für einen so genannten Handyzuschuss bezahle. Ich hab doch gar kein Handy von euch bekommen.” Schweigen. Die Person am anderen Ende der Leitung ist A) mit meiner Frage überfordert und B) völlig von der Tatsache überrumpelt, dass ich mich erdreiste ihr eine Frage zu stellen, dabei hat doch sie angerufen. “Nun… ähmmm… ja. Da muss ich jetzt gerade mal nachschauen….ahh…. immer die Technik…ja… Sie kennen das ja… ” Es folgt leeres und hohles Gefasel. Vielleicht sollten die Deppen einfach mal mit Mac arbeiten und ihren Angestellten nicht mit unnötig komplizierten Windows-Rotz-Rechnern das Leben erschweren. Aber gut, während mir diese Gedanken durch den Kopf strömen, hat die nette Frau am Telefon dann auch meine Rufnummer herausgefunden, auf der sie mich gerade angerufen hat und kann mir erklären, weshalb ich diese doofen zehn Euro bezahle. Nein, kann sie nicht. Sie versucht es, aber sie kann es nicht. Ich habe irgendwann keinen Bock mehr und tue so, als hätte ich es verstanden. Kann ja eh nichts ändern. Abzocker!

Bevor ich auflegen kann, erinnert sie sich allerdings daran, dass ja eigentlich sie etwas von mir wollte. Mist, fast hätte ich es geschafft. “Ja… nochmal wegen der Vertragsverlängerung….” “Ja, also, hören Sie. Es wäre super, wenn sie sich nächste Woche noch einmal bei mir melden könnten, dann würde ich mir die Tarife mal im Internet anschauen und kann Ihnen dann Konkreteres sagen.” Solch dämliche Sprüche müssen die doch 30 Mal am Tag hören… Sie freut sich jedenfalls keine Total-Absage zu bekommen und verspricht sich nächste  Woche zu melden.

Das war am Montag. Wieso genau klingelt am Dienstag, am Mittwoch und am Donnerstag dann mein Handy? Was soll das? Sind die völlig bekloppt? Heute, Donnerstag, erkläre ich der Dame am Telefon nochmals, dass ich darum gebeten hatte, doch bitte in der folgenden Woche erst wieder kontaktiert zu werden. Selbe Antwort. Kein Problem. Man muss hier mal erwähnen, dass mein Vertrag noch fast ein dreiviertel Jahr läuft. Mal so nebenbei. Und die tun so, als ginge es um Leben und Tod. Als hätte ich übermorgen kein Handy mehr und könnte Gefahr laufen zu Verdursten, auf Grund von Nachrichten-Mangel. Nun, jetzt bin ich ja ein netter Mensch und schaue mir die vorgeschlagenen Tarife im Internet an. Da gibts ungefähr Tausend. Wieso? Und warum genau, ist das so kacke teuer? Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass ich 50 Takken monatlich blechen soll, nur um zu telefonieren und läppische 150 SMS schreiben zu dürfen? Und dann hab ich noch nicht mal diese wirre Siri dabei! Junge, Junge.

Ich spielte kurz mit dem Gedanken mein Handy gegen die Wand zu werfen und meinen Vertrag einfach zu kündigen. Ich denke, dass dies die einfachste Lösung wäre. Just in diesem Moment klingelt es und ich bekomme eine Kurzmitteilung über What’s App. Sofort packt mich das Fieber und 15 Minuten vergehen in wilden Geburtstagsgeschenk-Diskussionen über mein ätzendes Mobiltelefon. Ich werde wohl die 50 Euro bezahlen müssen, damit ich weiterhin glücklich und zufrieden leben kann. So ein Mist.


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Diät-Brei

Warum wissen eigentlich immer alle Menschen bestens darüber Bescheid, welche Diät Mist ist und welche nicht. Die einen erzählen Dir: Hör einfach auf, nach 18 Uhr Kohlenhydrate zu essen. Gut, ok. Kein Problem, bekomm ich hin. Erscheint ja auch logisch. Dann kommen irgendwelche anderen Menschen und erzählen, dass das aber quatsch sei, weil der Körper die Kohlenhydrate ja braucht. Ajo, wenn mein Körper das braucht, dann soll er es haben. Ist ja klar. Ist ja mein Körper, ich will ja, dass es ihm gut geht… Aber es geht ihm ja nicht gut, denn er ist zu dick. Was also tun?

Da gibt es ja nun Millionen von verschiedenen Ansätzen, dabei ist das ganze eigentlich gar nicht sooo schwierig. Aber gut. Zunächst zu den Ansätzen: Kohlsuppendiät. Hört sich halt auch einfach schon super eklig an. Ich mag Kohl und ich mag auch mal ne Kohlsuppe. Aber nur? Eher nicht. Das ist eher wiederlich. Das möchte ich nicht. Außerdem sagen Ärzte, dass man dabei in erster Linie mal Muskelmasse verliert. Also sorry, aber ich will doch Fett verlieren. Meine Muskeln würd ich gern behalten. Die mag ich nämlich. Also nix Kohlsuppe. Da hört sich die Fleischdiät doch schon viel besser an. Fleisch, Fleisch, Fleisch. Den ganzen Tag, die ganze Nacht. Hört sich prima an. Die Befürchtung liegt allerdings nahe, dass am dritten Tag selbst der pefekteste Hackbraten nicht mehr an mich ginge und das (!) kann ich unter keinen Umständen riskieren. Wo kommen wir denn da hin, wenn ich wegen einer Diät, kein Hackfleisch mehr mag. Ne ne, so nicht. Also: nächste Idee: Low Carb! Wer hat sich denn bitte diesen Mist ausgedacht? Wie soll ich denn auch nur zwei Tage überleben, ohne auch nur eine einzige Nudel, ein Reiskörnchen oder eine simple Scheibe Dinkel-Vollkorn-Weizen-Misch-Brot? Sicherlich würde ich das überleben. Es gibt sehr viele, tolle Rezepte, die ohne Kohlenhydrate funktionieren. Aber das ganze fängt ja schon so an, dass man sich morgens überlegt: “Toast? Müsli? Ach neee… low carb… dann wohl eher Naturjoghurt mit ner Banane. Hmmm… lecker!” Klar, das geht mal. Aber doch nicht jeden Tag??? Das Problem an der Geschichte ist ja auch, dass ich meiner Umwelt nicht antun möchte, auf Kohlenhydrate zu verzichten. Da leidet dann nämlich jeder einzelne mit. Von meinem Freund, über den Hund und die Stubenfliege, die sicherlich nicht einfach nur verscheucht werden wird, sondern allein aus purer Bosheit der Menschheit und dem Fett gegenüber, mit einem feinen Stück Garn erstickt und danach als abschreckendes Beispiel für alle anderen potenziellen Stubenfliegen gekreuzigt am Fenster hängen wird.

Neulich kam eine tolle Spiegel-TV-Reportage “Diät-Lügen – Was hilft wirklich?”. Ich habe mir von 20.15 Uhr bis 00.15 Uhr mein Hirn volldröseln lassen, habe verfolgt, welche Diäten ausprobiert wurden und was es genützt hat. Nun, wie soll ich sagen? Die große Erkenntnis des Abends war: Diäten aller Art sind schlecht für den Körper und die wenigsten leiden danach nicht unter dem berühmtesten Jojo der Welt. Gut. diese Erkenntnis ist schon mal blöd, wenn man sich vorgenommen hat, an Gewicht zu verlieren, doch muss man feststellen: Nichts, was ich noch nicht irgendwo anders schon einmal gehört hätte. Erkenntnis Nummer 2: Light Produkte sind eine Verarsche. Ach! Hmm… nun… da muss man nicht viel mehr zu sagen. Keine Neuheit. Die absolute Mega-Erkenntnis des ganzen Abends aber ist die Folgende: Um sinnvoll abzunehmen, treiben Sie Sport und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung! Wirklich!? Das wusste ich nicht! Mein Leben ergibt plötzlich wieder Sinn. Haben die wirklich eine vier stündige Reportage gedreht, um am Ende zu sagen, dass man sich gesund ernähren soll und Sport treiben muss? Entschuldigung, aber das sagt mir meine Mama auch und die ist keine Ernährungswissenschaftlerin. Die hat auch mal die Brigitte gelesen. Darf die deshalb jetzt auch ins Fernsehen?

Was ein Blödsinn. Ich dachte, ich bekäme die Diät schlecht hin präsentiert und wär in drei Wochen voll schlank! Tja, Pech gehabt. Doch liegt an dieser Stelle ja nun der vermaledeite Hund begraben. Denn ich, eine durchaus nicht unintelligente Person, bin in der Tat darauf reingefallen, dass Spiegel-TV mir irgendwie sagen könnte, wie ich denn bitte zur Bikini-Figur komme. Wieso nur? Wieso falle ich darauf denn nun wirklich rein? Weil wir eben so sind, wir hübschen, kleinen Menschenkinder. Wir glauben an das Gute in den Medien. Und auch an das Gute in der doofen Lebensmittelindustrie, die im Übrigen alles andere als gut ist. Habe ich also vier Stunden lang den Zuschauerquoten gedient und eben diese Zeit, wie wohl alle anderen auch auf die große Super-Diät gewartet. Was bleibt mir also nun übrig? Ich werde alle möglichen Tips und Tricks meiner Fachkräfte um mich herum sammeln und zu einem Diät-Brei verarbeiten, den ich mir dann in dosierten, gefühlsechten Mengen serviere. Vielleicht klappts also diesmal mit der “Schaut-alle-her-ich-seh-super-gut-aus-im-Bikini-Figur”! So lange halte ich mich an Hernn Lehmann und werde einfach nur brav auf meine Elektrolyte achten. Bon Appetit!


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Bleau, je t’aime II

Da hab ich doch noch einen Film in der Kamera gehabt… hier die kleine Ausbeute… leider ist an manchen Stellen ein wenig Licht auf die Rolle gekommen, aber hey… Kunst!


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Bleau, je t’aime!

Vom 24. bis 31. April fuhren wir zu viert in unserem hübschen VW Bus namens Earl gen Fontainebleau im schönen Frankreich. Natürlich auch mit unseren drei Super-Dogs Cooper, Alice und Kimi. Nach gut 6 Stunden Fahrt, eingekeilt auf der Rückbank, zwischen am Boden liegenden Hunden und Crashpads, Taschen und Gedöns, entfalteten wir uns dann endlich in Noisy-sur-école. Man sagt ja meist hin, der gemeine Franzose sei nicht sonderlich freundlich zu den Deutschen. An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich schon oft in Frankreich war und noch nie schlechte Erfahrungen mit einem Einheimischen gemacht habe. Dies sei mal so dahin gestellt. Nun in jedem Fall erwähne ich, dass ich meine Lubitel liebe und die Fotos wohl für sich sprechen!
Salut!


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Picknick On The Hill

Es ist immer wieder schön, neue Bands zu entdecken und lieben zu lernen…

Picknick On The Hill.

Wunderschöne Musik, die mich zum Träumen verleitet, mich munter dahin plätschern lässt und mir ab und an mal eine kleine Gänsehaut beschert.

Das aktuelle Album gibt’s bei iTunes und Amazon. Außerdem erfahrt ihr hier noch vieles mehr über die beiden Musiker… Viel Spaß beim reinhören!


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Spieglein, Spieglein…

Manchmal wirds einfach gut:)

 


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Kurze Feststellung zur Zugtürproblematik

Ich durfte mich heute wieder einmal einer lustigen, überfüllten Zugfahrt zur Feierabend-Stoßzeit vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Hanau erfreuen. Dabei konnte ich ein Phänomen beobachten. Menschen steigen in einen Zug. Egal an welcher Stelle – ob vorne, in der Mitte oder weit am Ende. Nun sind sie also im Zug. Sie beginnen mit der akribischen Suche nach einem SItzplatz. Der Zug ist aber leider relativ voll, was nicht bedeutet, dass es keine Plätze mehr gibt. Es gibt sie, doch es sind die Unbeliebten. Die Plätze neben den dicken Menschen mit Salamibrot in der Hand, neben denen, die nach Schnaps und Bier riechen, den Schlägermädchen, vor denen man Angst hat oder den wichtigen Businessmen, die ihre drei Koffer ersteinmal ordentlich verstauen müssten – man will ja auch keine Umstände machen. Die Menschen laufen also weiter durchs Abteil. Sie schauen scheu von Reihe zu Reihe. Da kommt die erlösende Tür, die ins nächste Abteil führt. Sie hasten darauf zu, sind im Geiste schon durch und sitzen alleine in einem geräumigen Vierer, der nicht stinkt oder versifft ist… dann bleiben Sie abruppt stehen und können nicht glauben, dass sie Opfer eines harmlosen Zettels werden. “Wegen Funktionsstörung außer Betrieb!” Ratlosigkeit macht sich breit. Dass sie nicht anfangen zu weinen ist alles. Eine Frau äußerte ihr blankes Entsetzen sogar mit den Worten: “Ende Gelände…!” Kein Scherz. “Ende Gelände!” Ihre Stimme zitterte, doch sie verharrte nicht, wie erwartet an Ort und Stelle. Nein, schweren Schrittes und anfänglich zögernd, doch letzten Endes entschlossen, trat sie den Rückweg an. Sie lief zurück. Durch das komplette Abteil. Einfach so. Wasn da los?

Ich war 20 Minuten in diesem Zug, ehe ich aussteigen konnte. Ich habe 7 Personen beobachtet, die alle das selbe taten. Sie steigen ein, laufen durchs Abteil, finden einfach keinen Sitzplatz, der ihnen genehm ist und stehen dann völlig entrüstet vor der kaputten Tür. Alle – wirklich alle haben sie danach gesessen. Egal ob Salamibrot, Bierflasche, nerviger telefonierender Typ, angsteinflößendes Schlägermädchen, selbst der freundliche Geschäftsmann wurde überredet seinen Koffer in die Ablage zu heben.

Wieder einmal konnte mir die Menschheit meinen Tag versüßen. Irgendwie sind wir ja schon putzig alle… Ich bin übrigens auch erstmal durchs Abteil gelaufen und Opfer des vermeintlichen Zettels geworden, ehe ich mich neben eine stark riechende, strickende Omi setzte, deren Wolle aus einem grau-braun karrierten Oma-Wägelchen kam und extrem nach Motten stank. Wirklich lustig – wir Menschen.


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Tags im Museum…

…ist hingegen zu Nachts im Museum kein Film, sondern blanke Realität. Wann auch sonst sollte ein normaler Mensch, wie ich es bin, ins Museum gehen. Schon viel zu lange ist es her, dass ich das letzte mal bewundernd vor großen Gemälden unserer oder der vergangenen Zeit gestanden habe und mir die Sabber nahezu aus dem offen stehenden Mund lief, ob der Anmut und Größe eines zum Beispiel großartigen William Turner, Sandro Botticelli oder Hieronymus Bosch. So beschlossen eine gute Freundin und ich am vergangenen Mittwoch die Ausstellung zu Beckmann in Amerika im Frankfurter Städel zu besuchen und uns wieder einmal der Kunst hinzugeben. Alles schön und gut, doch im Endeffekt weit gefehlt. Wie stellt man sich einen Museumsbesuch denn so vor? Man läuft schweigend, maximal leise flüsternd durch anmutige, düstere oder auch lichtdurchflutete Räumlichkeiten, je nach dem Willen des ausgestellten Werks und lässt Farben und Formen auf sich wirken. Vor manch einem Bild bleibt man dann stehen, weil es einen zum Verweilen einläd und betrachtet es genauer. Dann liest man vielleicht auch noch den kurzen, beschreibenden Text… uhh… sieh mal einer an… auf Tannenholz ist das also gepinselt… nicht schlecht… Und dann geht man weiter. Zum nächsten Bildnis, welches einen vielleicht inspiriert, belustigt oder einfach in irgendeiner Weise magisch anzieht. Dann merkt man irgendwann gedankenverloren, dass man sich im letzten Raum befindet, schaut auf die Uhr und stellt fest, dass man schon zweieinhalb Stunden im Städel herumläuft. Wunderbar. So sollte es sein. Man schreitet langsamen Schrittes wieder den Weg zurück durch die phantasievollen Räume und Orte voller Kunst und wird noch die nächsten zwei bis drei Stunden von diesem tollen Aufenthalt erfüllt sein.

Nicht so letzten Mittwoch. Vorab möchte ich sagen, dass es wohl einfach keine gute Idee war in der ersten Januar-Woche, in der viele Menschen noch Urlaub haben, diesen Besuch anzutreten. Noch dümmer war der Gedanke dann, als wir feststellen mussten, dass die Ausstellung noch genau vier Tage geöffnet hatte und sich somit all die fetten Massen an Kunstinteressierten meinten durch die eben beschriebene Örtlichkeit zu quetschen. Das ganze lief dann so ab: Wir kamen an. Wir standen an. Wir kamen an den Ticketschalter. Wir bekamen unser Ticket. Wir standen an. Wir konnten unsere Jacken endlich abgeben. Und damit war der Part, der normalerweise in ein paar wenigen Minuten erledigt ist, dann nach etlichen Mehrminuten auch getan. Nun kamen wir in die einzelnen Galerien. Vom Anmut und der Stille dieser Räume war nichts mehr zu spühren. Man unterhielt sich in Zimmerlautstärke und musste sich zwischen geführten Großgruppen, Svarowski-Tragenden-Ehepaaren, sich selbstentdeckenden Teenagern und ehrlichen Kunstinteressierten durchzwängen, um einmal einen Blick, der länger als eine halbe Minute andauerte, auf ein Gemälde zu erhaschen. Ziemlich ätzend also. Museum macht so wirklich keinen Spaß. Ich finde es zwar toll, dass es anscheinend doch noch so viele Kulturbegeisterte Leute gibt, die außer Picasso und Keith Haring auch noch andere Künstler kennenlernen wollen, aber was zu viel ist, das ist zu viel. Nichts mit langsamen Schrittes schreiten und genießen. Das ganze glich eher dem Gedränge auf einem überfüllten Weihnachtsmarkt, nur mit dem Unterschied, dass man nicht alle zwei Meter Glühwein über die Schuhe gekippt bekommt. (Wär ja auch noch schöner.) Und dass die Buden an denen man dort vorbeitrampelt eben ganz nebenbei bedeutende Werke des 19. und 20. Jahrhunderts sind.

Nun denn… im Zweifel gibts ja noch die “Alten Meister”, die immer einen Besuch wert sind. Da das geschätze Publikum der eben erwähnten Ausstellung dies anscheinend nicht so sah, konnte man dort dann auch wieder in alter Gewohnheit durch die herrliche Museumsstille wandern. Wir merken uns demnach: Man sollte nur dann ins Museum gehen, wenn nicht gerade Urlaubszeit oder eine Ausstellung am Auslaufen ist, es sei denn man steht darauf gedrückt und gedrängt zu werden und dem Zauber der Kunst mehr zu entfliehen als ihm zu begegnen.


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